So bringst du mit geknoteten Stichen Textur in deine Stickerei: Eine Anleitung mit 17 Techniken – Titelbild

So bringst du mit geknoteten Stichen Textur in deine Stickerei: Eine Anleitung mit über 17 Techniken

Wenn du ein Textilkunstwerk mit einer rauen, reliefartigen Stickerei siehst, handelt es sich wahrscheinlich um Stiche, die zur Familie der Knoten gehören. Sie mögen unterschiedlich aussehen und verschiedene Verwendungszwecke haben, aber eines ist klar: Alle Knotenstiche dieser Familie erfordern irgendeine Art von Knoten, um entstanden zu sein.

In diesem Blogbeitrag werden wir die Familie der Knotenstiche und die damit verbundenen Handsticktechniken kennenlernen. Außerdem gebe ich dir Links zu Schritt-für-Schritt-Anleitungen, damit du die Stiche lernen kannst, die dir am besten gefallen, und sie in deinen Stickarbeiten anwenden kannst.

Um diese Analyse übersichtlicher zu gestalten, habe ich die Knotenpunkte in drei Kategorien eingeteilt: einzelne Punkte, Punkte in Reihen und Reihen sowie Füllpunkte. Beachte, dass diese Einteilung nicht streng ist, da manche Stiche zu mehreren Gruppen gehören können. Außerdem habe ich noch eine weitere Gruppe hinzugefügt: geknotete Stiche aus anderen Stichfamilien. Dazu zähle ich Techniken, die zwar einen Knoten haben, bei denen der Knoten aber nicht das Hauptmerkmal des Stichs ist.

Das Herzstück der Knoten-Familie: die isolierten Knoten

Isolierte Knotenpunkte: Abbildung mit neun Punkten

Einzelne Knoten bilden ein einzigartiges, eigenständiges Element auf der Stoffoberfläche. Der erste Stich mit einem isolierten Knoten, der dir in den Sinn kommt, ist sicher der französische Knoten. Aber es gibt noch andere „isolierte“ Stiche, die du verwenden kannst: vom Kolonialknoten über den Bullionknoten bis hin zum dänischen Knoten und dem Pekingknoten und viele mehr.

Bullion-Knoten

Der Bullionstich ist eine super dekorative Handsticktechnik, die zur Familie der Knotenstiche gehört und jede Menge Anwendungsmöglichkeiten bietet. Bei botanischen Motiven werden Bullionknoten verwendet, um Blumen, Blätter und Beeren darzustellen. Außerdem sind Bullion-Knoten oft Bestandteil von kombinierten Stichen, Randverzierungen und ornamentalen Abschlüssen. Dieser dreidimensionale Stich sorgt für eine faszinierende Oberfläche, wenn du diese Handsticktechnik zum Ausfüllen von Flächen verwendest.

Kolonialknoten

Kolonialknoten werden in der Regel beim „Candlewicking“ verwendet, einer Technik der weißen Stickerei. Kolonialknoten eignen sich perfekt als Zierstiche in Blumenmotiven, sei es, um besonders üppige Mittelpunkte zu gestalten oder um punktuelle Akzente zu setzen.

Genau wie bei den französischen Knoten kannst du diese Technik nutzen, um Relief- oder Pulverfüllungen zu machen oder sogar Glitzer auf dem Stoff zu befestigen. Du kannst koloniale Knoten auch in kombinierte Stiche oder an den Rändern einarbeiten.

Ich erkläre alle Unterschiede zwischen diesen beiden Punkten in demArtikel „Französische und koloniale Stiche erklärt: Ein Leitfaden für Anfänger zur Handstickerei“ auf diesem Blog.

Dänischer Knoten

Dieser Zierknoten besteht aus drei Strängen und einem geflochtenen Mittelteil. Um einen dänischen Knoten zu knüpfen, musst du einen geraden Stich machen und zwei Flechtschlaufen hinzufügen.

Dieser Zierknoten eignet sich hervorragend für kleine Details und für strukturierte Füllungen aus Pulver bei dekorativen Oberflächenstickereien.

Du kannst diese Technik auch nutzen, um Zierbordüren zu machen.

Vierfachknoten

Dieser einzelne Knoten sieht aus wie ein „Pluszeichen“ mit einem Knoten in der Mitte. Der „Vier-Stränge-Knoten“ ist ein einzelner Zierknoten, den du allein oder als Füllung für Pulverspitzen verwenden kannst. Die Anordnung der Knoten beim Füllen kann variieren: Sie reicht von regelmäßig verteilten, in Reihen genähten Knoten bis hin zu zufällig angeordneten Vierzackknoten, die in unterschiedlichen Winkeln gedreht sind.

Französischer Knotenpunkt

Dieser kleine Knoten ist hier die gängigste Technik. Er hat jede Menge Verwendungsmöglichkeiten: Man kann damit Lücken füllen, Zierstiche machen oder ihn als Teil komplexerer Stichkombinationen verwenden, wie zum Beispiel beim Netzstich.

Diese Technik ist so beliebt und wird so häufig angewendet, dass ich ein paar ausführliche Artikel und eine Schritt-für-Schritt-Anleitung vorbereitet habe, um dir dabei zu helfen, die französischen Knoten zu lernen und zu üben:

Stickmuster mit französischem Knotenstich – Titelbild der ausführlichen Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Handsticken

Peking-Knoten

Mit der als „Peking-Knoten“ bekannten Sticktechnik kannst du Knoten oder Schlaufen auf der Stoffoberfläche gestalten. Du kannst die Größe des Knotens oder der Schlaufe variieren, indem du sie beim Sticken nach Belieben anpasst.

In der traditionellen chinesischen Textilkunst ist der „Peking-Knoten“ ein Füllstich. Reihen aus gleich großen Knoten – oder manchmal auch Ringen –, die mit Seidenfaden gestickt werden, ergeben eine Füllung mit gleichmäßiger Struktur.

In der modernen Oberflächenstickerei wird er auch als dekorativer Reliefstich verwendet. Bei botanischen Motiven kannst du mit diesen Knoten Beeren oder Blüten darstellen. Du kannst auch versteckte Knoten in verschiedenen Größen verwenden, um deinem Stickmotiv Volumen und Tiefe zu verleihen.

Spitze des Stempels

Kurz gesagt: Es ist ein französischer Knoten mit einem kleinen Zopf, und du könntest ihn ganz ungewollt machen, wenn du den Knoten schräg bindest.

Dieser Handstickstich bildet den mittleren Teil der Blume nach; deshalb wird er vor allem bei Blumenstickereien verwendet. Du kannst diese Technik auch mit anderen Handstickstichen kombinieren, um originelle Bordürenmotive oder zusammengesetzte Stiche zu gestalten.

Siena-Stich

Dieser einfache, aber dekorative Handstickstich sieht sowohl allein als auch als Füllung für pulverförmige Füllstoffe toll aus. Du kannst Stiche unterschiedlicher Größe kombinieren, die aus verschiedenen Winkeln gestickt sind, oder sich wiederholende Motive kreieren, um den Hintergrund deiner Stickerei auszufüllen.

Außerdem bilden die in Reihen angeordneten Siena-Punkte dekorative Streifen und Ränder. Mit dieser Technik kannst du die Breite der Streifen anpassen und geschwungene Linien gestalten.

Selbst die Reihen aus dicht aneinander gestickten Siena-Stichen können als dichte Füllung dienen.

Schwertspitze

Zwei sich kreuzende Punkte bilden ein vierarmiges Kreuz, wobei einer der Arme länger ist als die anderen. Die Form erinnert so an ein Schwert.

Um diesen Stich zu machen, musst du einen diagonalen Stich setzen und dann einen weiteren Stich über den gerade gemachten Stich legen.

Der „Schwertstich“ ist ein einzelner Stich, den du ganz nach Belieben setzen kannst. Diese Technik eignet sich vor allem zum Ausfüllen mit Füllgarn sowie zum Anbringen von Zierstreifen an Kanten und zum Abschluss.

So entsteht ein durchgehendes Gewebe: geknüpfte Maschen und Bandmaschen

Das Band mit dem geknoteten Muster ist mit Knotenstichen vernäht

Wenn du einzelne Knoten machst, bildest du einen einzigen Knoten und fährst dann mit dem nächsten fort. Klar, du kannst sie nebeneinander nähen, um Linien oder Streifen zu bilden, aber es bleiben trotzdem einzelne Elemente. Die Stiche dieser Kategorie sind anders. Geknüpfte Linien und Streifen sind jene Stiche, die eine durchgehende Linie oder einen durchgehenden Streifen bilden und nicht als einzelne, voneinander getrennte Stiche gemacht werden können.

Es gibt sie in verschiedenen Stilen und Größen, und man kann sie auf viele verschiedene Arten verwenden: von Bordüren und Schriftzügen bis hin zu Zierbändern an der Kleidung.

Indischer Stickstich

Der indische Bordürenstich wird vor allem zum Sticken von Bordüren und dekorativen Verzierungen an Kleidungsstücken verwendet. Er eignet sich perfekt für Kragen, Ärmelbündchen und zum Verzieren von Nähten. Um einen noch dekorativeren Effekt zu erzielen, kannst du diese Technik mit Perlen oder Pailletten kombinieren und so spektakuläre Verzierungen an deiner Kleidung zaubern.

Außerdem macht sich das Motiv „Indian Edging“ auch ganz allein super als Dekoelement: eine dreieckige Form mit einem Spitzenmuster in der Mitte.

Geknüpfter Diamantstich

Das geknüpfte Rautenmuster ist eine Technik, die zur Herstellung von Borten und Zierbändern verwendet wird; deshalb wird es vor allem zum Verzieren von Einrichtungsstoffen und Kleidungsstücken eingesetzt. Das Motiv aus geknoteten Rauten sieht toll aus an den Säumen und Bündchen von Hemden und Blusen, als Verzierung am Kragen oder als dekoratives Motiv auf einem Tischläufer.

Du kannst Streifen mit dem geknoteten Rautenstich in geraden oder leicht geschwungenen Linien sticken und dabei den Abstand zwischen den Motiven in beiden Linien anpassen. Du kannst den geknoteten Rautenstich auch als dekorativen Streifen mit Ecken sticken: Du musst nur im Voraus planen, dass der rautenförmige Teil genau in der Ecke sitzt.

Geknüpfter Schlaufenstich

Diese Technik der dekorativen Handstickerei wird vor allem zur Herstellung von Zierbändern verwendet. Die Möglichkeiten, die der geknotete Schleifenstich bietet, reichen jedoch von leichten Füllungen über wellenförmige Zierbänder und Borten bis hin zu botanischen Motiven wie Blättern und Zweigen.

Normalerweise wird der Schleifenstich zwischen zwei parallelen geraden Linien gestickt, wobei ein gleichbleibender Abstand zwischen den Stichen eingehalten wird. Um ein bisschen Abwechslung reinzubringen, probier doch mal aus, die Stichdichte zu variieren, den Abstand zwischen den Linien anzupassen oder den Stich in geschwungenen Streifen zu sticken.

Perlstich

Der Perlstich ist eine klassische Handsticktechnik, mit der du die Konturen deiner Motive nachzeichnen kannst. Dieser Stich passt sich gut an und folgt Kurven perfekt; deshalb eignet er sich gut für botanische Motive, Zierbordüren und Verzierungen auf Kleidung.

Dieser Punkt ist zwar nur zur Dekoration da, aber auch vielseitig einsetzbar; du kannst ihn zum Schreiben nutzen.

Stell die Dicke des Fadens und den Abstand zwischen den Knoten ein, um verschiedene Effekte zu erzielen.

Spiralstich

Die Spiralenstichtechnik lässt sich sowohl für gerade als auch für geschwungene Linien verwenden. Sie eignet sich perfekt für Konturen, Schriftzüge, einfache Ränder und botanische Stickereien. Die dichten Reihen aus Spiralenstichen ergeben eine sehr strukturierte Füllung.

Zickzackstich in Korallenfarbe

Der Zickzack-Korallenstich ist eine dekorative Variante des Korallenstichs. Die Knoten des Korallenstichs sind in zwei parallelen Reihen angeordnet und im Zickzack-Muster verteilt, sodass ein dekorativer Streifen entsteht.

Nutze diese dekorative Handsticktechnik, um Bordüren zu sticken, Kleidungsstücke und Heimtextilien zu verzieren, Bänder am Stoff zu befestigen oder „Crazy Quilting“ zu machen. Du kannst diese Sticktechnik auch mit anderen Stichen kombinieren, um dekorative Streifen zu gestalten.

Strukturierte Füllung mit gestickten Knoten

Strukturierte Füllung mit aufgestickten Knoten

Die Gruppe der Füllstiche aus der Familie der Knotenstiche wirkt so klein, weil ich nicht alle Stickknotenstiche aufgenommen habe, die normalerweise in diese Kategorie fallen. Französische Knoten, Kugelknoten, Kolonialknoten und andere Stiche aus der Gruppe der einzelnen Knotenstiche werden oft zum Ausfüllen verwendet.

Aber es gibt auch diese Zutaten, die ausschließlich für die Füllung gedacht sind:

Spiralförmiger Maschenstich

Der Spiralenstich ist eine sehr dekorative Fülltechnik für abgerundete Formen. Er wird häufig bei der „Stumpwork“-Stickerei verwendet, um dreidimensionale Formen zu schaffen, aber auch bei traditionellen Stickstilen.

Bei der dekorativen Stickerei auf Stoff wird diese Technik für botanische Motive verwendet, um Blumen, Beeren und andere Elemente mit abgerundeten Formen zu sticken.

Außerdem kannst du diese Sticktechnik nutzen, um deine Kleidung zu flicken, denn die dichte Füllung verdeckt Flecken oder Löcher im Stoff und verleiht dem beschädigten Kleidungsstück einen dekorativen Touch.

Arbeiten in der Türkei

Truthahn-Stickerei-Stich
SCHRITT-FÜR-SCHRITT-ANLEITUNG

Der „Turkey Work“-Stich ist ein sehr vielseitiger Handstickstich, der sich ideal für verschiedene Anwendungen in der Flächengestickerei eignet. Du kannst ihn verwenden, um große Flächen mit einem dichten Stichgeflecht auszufüllen, für Blütenmitten, Blütenblätter und andere botanische Elemente. Außerdem kannst du damit das Fell von Tieren nachbilden oder die Oberflächenstruktur von Haushaltsgegenständen, Kleidungsstücken oder menschlichem Haar nachstellen. Nutze diese Technik für alles, was Volumen braucht: von watteweichen Wolken bis hin zu flauschigen Wiesen.

Dieser Handstickstich wird häufig bei der „Stumpwork“-Stickerei und bei der brasilianischen Stickerei verwendet.

Geknüpfte Stickstiche, die zu anderen Stichfamilien gehören

Technisch gesehen gehören diese Handstickstiche zwar nicht zur Familie der Knotenstiche, haben aber dennoch ein geknotetes Element; deshalb finde ich es angebracht, sie hier zu erwähnen. Klick auf die Bilder der Stiche, um mehr über die einzelnen Techniken zu erfahren.

Antwerpener Einfassung Vorderansicht
Antwerpener Einfassung
Geknotete Kretastich-Stickerei mit dunkelrosa Perlen-Baumwollgarn kleines Bild
Geknoteter kretischer Stich
Baskischer Knoten Handstickstich
Baskischer Knoten
Eastern Stitch Stickerei mit lila Perle Baumwolle kleines Bild
Östliche Masche
Deutscher Knüpfdeckstich mit orangefarbenem Garn gestickt - Vorderseite
Deutscher geknüpfter Schundenstich
Knotted Blanket Stitch hand embroidery sampler with pearl cotton image
Knoten auf der Decke
Palestrina Stich rosa und lila kleines Bild
Palestrina-Stich
Knotted Chain Stitch Small
Knotted Chain Stitch Small
Portuguese Knotted Stem Stitch hand embroidery sampler image
Portugiesischer Knoten
Raised Chain Band Stitch Stickerei kleines Bild
Erhöhter Kettenbandstich
Geknoteter Zopf-Kettenstich kleines Bild
Geknoteter Kabelkettenstich
Sorbello Knoten Stickerei
Sorbello-Stich
Tied Herringbone Stitch hand embroidery with pearl cotton threads image
Verflochtener Zackenstich

Jetzt bist du dran

Jetzt, wo du die Knoten der Knotenfamilie kennst, weißt du, dass du mit dieser Technik jede Menge verschiedene optische Effekte erzielen kannst – von einem einfachen Knoten an der Oberfläche bis hin zu einer flauschigen Füllung oder dekorativen Bändern.

Knotentechniken können einfach oder komplex sein, schnell oder zeitaufwendig, grundlegend oder raffiniert. Du kannst sogar ein ganzes Motiv sticken, indem du ausschließlich Stiche aus der Familie der Knotenstiche verwendest!

Was ist dein Lieblingsknoten beim Sticken und wo verwendest du ihn am liebsten? Verrate es uns in den Kommentaren!

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